Wirkmechanismus
Synergismus
Es liegen mehrere, sich hervorragend ergänzende Mechanismen vor: optimale Zellversorgung, positive Beeinflussung des Verdauungstraktes, metabolische Balance.
Diese Eigenschaften sind durch die Fermentation der pflanzlichen Grundsubstanz bedingt. Die ursprünglichen Bestandteile des Weizens wurden dabei durch enzymatische Prozesse mit Hefen und Joghurt-Bakterien zu einem höherwertigen Nahrungsmittel verstoffwechselt.
Einerseits liegen die zur Versorgung der Zelle notwendigen Makro- und Mikronährstoffe in leicht resorbierbarer Form vor, andererseits sorgen die fermentativ veränderten Feststoffe für optimale Bedingungen im Verdauungs-Trakt.
Eine weitgehende Insulin-Neutralität rundet das Bild auf der metabolischen Ebene zufriedenstellend ab.
Von den Anwendern werden diese Eigenschaften als „Wohlfühl-Effekt“ beschrieben.
1.1. Substratstoffwechsel
Optimale Versorgung der Zelle mit den notwendigen Makro- und Mikronährstoffen.
Im Rahmen dieses Kommentars wird nur auf die Makronährstoffe eingegangen.
1.1.1. Kohlenhydrate (KH)
Der Organismus wird durch „Vitalose20®“ kontinuierlich mit Energie versorgt. Dies ist bedeutsam, da starke Schwankungen in der Energieversorgung unnötigen Stress für das Zentralnervensystem bedeuten würden. Ein ausgeglichener Energiehaushalt und eine Kontinuität der Leistungsfähigkeit setzen unabdingbar eine optimale Ernährung voraus.
Durch die Fermentation der Kohlenhydrate entstehen kurz- mittel- und langkettige Verbindungen, Kohlenhydratpolymere, (KHP), die sowohl sofort als auch langanhaltend Energie zur Verfügung stellen, ohne dabei den Insulinspiegel negativ zu beeinflussen. Die weitgehende Insulinneutralität von „Vitalose20®“ konnte mehrfach nachgewiesen werden.
Die KHP’s sind fermentativ aufgespalten. Dies bedeutet, dass es bei ihrem Verzehr nicht zu einem plötzlichen Einströmen von Wasser in den Magen-Darmtrakt und den damit verbundenen Leistungseinbußen kommt. (Besonders wichtig für Sportler und körperlich tätige Menschen).
Bekanntermaßen wird die Kohlenhydrat-Verdauung durch eine Reihe von Faktoren beeinflusst: unterschiedliche Menge und Art an Quell- und Füllballaststoffen, Zubereitungsform der Kohlenhydrate, Wassergehalt der Nahrung, biologische Schwankungsbreite der einzelnen Kohlenhydrat-Träger, Kombination mit anderen Nahrungsmitteln wie Fett und Eiweiß, Umfang einer Mahlzeit sowie individuelle Schwankungen.
In „Vitalose20®“ liegt eine konstante Kohlenhydrat-Formel vor.
Zu den bedeutendsten Kohlenhydratpolymeren (KHP’s) zählen die Fructo-Oligo-Saccharide (FOS), die z.B. in Zwiebel, Spargel, Chicoree und Weizen vorkommen.
1.1.2. Fettsäuren (FS)
Der Anteil der FS an „Vitalose20®“ ist äußerst gering, die gesättigten FS betragen lediglich 24% (Palmitin- und Stearinsäure), der größte Teil besteht aus ungesättigten FS, darunter an erster Stelle die von der EU in der Richtlinie 96/8 geforderte essentielle Linolsäure.
In 100g „Vitalose20®“ machen die FS 4,4g aus, der Brennwert beträgt 296 kcal. Im Einzelnen: Linolsäure (= C18:2) 55,1%, Palmitinsäure (= C16:0) 22%, Ölsäure (= C18:1) 12,4%, Linolensäure (= C18:3) 4,5%, Stearinsäure (= C18:0) 2,0%, u.a. im 1/10 % -Bereich.
1.1.3. Protein
Die Proteine in „Vitalose20®“ stammen aus Weizen, hochwertigem Molkeneiweiß, Magermilch und Hefe. Es liegt somit eine sich optimal ergänzende Eiweißbasis (Weizen plus Molkeneiweiß) vor.
Durch die Fermentation entstehen enzymatisch aufgespaltene kurzkettige und freie Aminosäuren (siehe „Proteinanalytik“ der Universität Witten-Herdecke).
Die verketteten Aminosäuren Leucin (in „Vitalose20®“ 20,8g/kg), Isoleucin (12,3g/kg) und Valin16,2g/kg) (08.11.1990 durch INLUPA Mönchengladbach nachgewiesen) können die Proteinsynthese in den Leber- und den Muskelzellen steigern und somit für einen anabolen Metabolismus sorgen.
Darüber hinaus entstehen verzweigtkettige Aminosäuren (branched chain amino acids, BCAA), die eine zentrale Schlüsselfunktion bei der Regeneration sowie dem Erhalt bzw. der Bildung von neuem Muskelgewebe spielen.
(Die Verläufe der Body Cell Mass (BCM) und des intracellulären Wassers spiegeln dies wider; siehe: „Dokumentation“).
1.2. Ballaststoffe
Im Unterschied zu den „klassischen“ Ballaststoff-Präparaten aus Weizenkleie sind „Vitalose20®“ Ballaststoffe praktisch frei von Stärke. Sie bestehen weitgehend aus den Komponenten (Hemi-) Cellulose, Lignin und Pentosanen. Die bei der Herstellung von „Vitalose20®“ durchgeführten Fermentationen betreffen besonders die Pentosane, deren löslicher Anteil deutlich erhöht wird. Dies wird als eine der entscheidenden Ursachen für die positiven ernährungsphysiologischen Eigenschaften von „Vitalose20®“ angesehen.
1.2.1. Vergleich Ballaststoffe
Auszug aus „Ergebnisse der chemisch-physikalischen Untersuchungen“:
|
Bezeichnung der Proben |
“Vitalose20®” Art. no.0986 |
Vollkorn-Weizen |
Weizenkleie (Handelsprod.) |
|
|
Lösliche Ballaststoffe |
3.2 g/100 |
1.2 |
2.1 |
AOAC 985.29 |
|
Unlösliche Ballaststoffe |
21.6 g/100 |
9.1 |
46.6 |
AOAC 985.29 |
|
Gesamt berechnet |
24.8 g/100 |
10.3 |
48.7 |
|
|
Gesamtpentosane |
17.7 g/100 |
7.4 |
30.5 |
photo-metrisch |
|
Lösliche Pentosane |
7.7 g/100 |
1.9 |
1.3 |
dto. |
|
Unlösliche Pentosane |
10.0 g/100 |
5.5 |
29.2 |
Der um das dreifache erhöhte Anteil der löslichen Pentosane spielt eine entscheidende Rolle bei der Bereitstellung von zusätzlicher Energie.
Nähere Einzelheiten zu den Wirkungen der Ballaststoffe siehe unter Punkt: 2.1.3.
2. Gastro-Intestinales System
2.1.1. Magen
Die fermentativ aufgeschlossenen, nicht resorbierbaren Feststoffe bewirken eine verzögerte Magenpassage, einer der Gründe, warum es zu dem schnellen Sättigungseffekt der Substanz kommt. Üblicherweise sind innerhalb des Magens bei einem dort herrschenden pH von 2,5 bis 3,0 nur wenige der mit der Nahrung aufgenommenen Mikroorganismen in der Lage, zu überleben, ein großes Problem der Probiotika.
Proteinreiche Nahrung übt eine schützende Pufferwirkung aus. Diese Pufferwirkung kann für „Vitalose20®“ unterstellt werden.
2.1.2. Dünndarn
Die oberen Anteile des Jejunums gelten „heutzutage als primäre Zielregion für die Ansiedelung von Lactobazillen, sowohl durch den Verzehr probiotischer Erzeugnisse als auch durch eine diese Gruppe begünstigende Ernährung“ (Ernährungsbericht 2000, DGE).
Wünschenswert ist eine erhöhte Besiedelung dieser anaeroben Bakterienspezies also bereits im Dünndarm. Da die Fermentation des Weizens zu „Vitalose20®“ unter anaeroben Bedingungen geschieht, kann von optimalen Vorrausetzungen für die Bereitstellung von Substrat für Lactobazillen gesprochen werden.
2.1.3. Kolon
Die nichtresorbierbaren Kohlenhydrat-Polymere (KHP’s) in „Vitalose20®“ setzen sich aus löslichen und unlöslichen KHP’s zusammen. Dies ermöglicht ausgeglichene Abbau- und Fermentationsprozesse im Kolon (Dickdarm). Je löslicher die nichtverdaulichen Ballaststoffe sind, desto schneller und vollständiger ist ihr Abbau und die Fermentierung zu kurzkettigen Fettsäuren. Gleichzeitig werden -je nach Schnelligkeit der Fermentierbarkeit- unterschiedliche Darmabschnitte durch die freigesetzten kurzkettigen Fettsäuren beeinflusst. Auch die Sauerstoff toleranteren Lactobazillen profitieren davon.
Bekanntermassen erfüllen nur bestimmte Oligosaccharide die Kriterien, selektiv das Wachstum von Milchsäurebakterien im Kolon zu fördern. „Präbiotisch wirksame Oligosaccharide setzen sich aus 3 bis 10 Monosacchariden zusammen..“ (Ernährungsbericht 2000, S.265, DGE). Resistente Stärke und Nicht-Stärke-Polysaccharide stimulieren unspezifisch die Vermehrung sämtlicher Mikroorganismen im Kolon, steigern insgesamt die Stoffwechseltätigkeit der Darmflora.
Bei der Fermentation des Weizens wurde die Stärke bis auf einen Anteil von 4% vergoren. Somit liegen in „Vitalose20®“ überwiegend die gewünschten Bestandteile, nämlich resistente Stärke und Nicht-Stärke-Polysaccharide, vor.
Mit gutem Recht kann daher „Vitalose20®“ als ein Präbiotikum bezeichnet werden.
Bekannt ist, dass insbesondere die Galacto- und die Fructo-Oligosaccharide (FOS) die Proliferation von Bifidobakterien fördern. Fructo-Oligosaccharide sind natürlicherweise im Weizen vorhanden.
Resistente Stärke und Weizenfeststoffe begünstigen die Bildung von Butyrat. Butyrat dient als Hauptenergielieferant für die Bakterienpopulation im Kolon und reguliert Zellwachstum und Differenzierung. Mindestens 70% des Energiebedarfs der Kolonozyten wird aus dem oxidativen Abbau von Butyrat gedeckt. ). Acetat und Propionat werden demgegenüber bevorzugt an das Pfortaderblut abgegeben.
(Die Abbauprozesse der Oliogosaccharide laufen über folgenden Weg: Oligosaccharide werden zu Monosaccharide, dann zu Pyruvat, und je nach Spezies zu Acetat, Propionat oder Butyrat als Hauptendprodukte verstoffwechselt.
Verteilungsmuster der in vitro-Bildung kurzkettiger Fettsäuren aus verschiedenen Substraten (prozentualer Anteil der Säuren). Baghurst et al. Food Australia 48 (1996) S2-S35 ; aus : Ernährungsbericht 2000 DGE
|
Substrat |
Butyrat |
Propionat |
Acetat |
|
Resistente Stärke |
38 |
21 |
41 |
|
Stärke |
29 |
22 |
50 |
|
Haferkleie |
23 |
21 |
57 |
|
Weizenkleie |
19 |
15 |
57 |
|
Zellulose |
19 |
20 |
61 |
|
Pektin |
9 |
14 |
75 |
Resistente Stärke zeigt sich somit als ein hervorragendes Substrat für intestinale Butyratbildner.
Butyrat dient als Hauptenergielieferant im Kolon, reguliert Zellwachstum und Differenzierung.
Die Bildung der kurzkettigen Fettsäuren bewirkt ein gewünschtes Absinken sinkt des pH-Wert im Darm, was wiederum einen positiven Einfluss auf das Wachstum von Lactobazillen und Bifidobakterien hat. Insbesondere begünstigt der niedrige pH-Wert und die hohe Verfügbarkeit der Kohlenhydrate die Proliferation von Bifidobakterien.
Das vermehrte Substratangebot führt zu einem gewünschten Anstieg der Bakterienmasse und somit zu einer Zunahme des Fäzesvolumens.
Durch die Vergärung mittels Milchsäurebakterien im zweiten Fermentationsschritt kommt es zu einem Absinken des pH auf zunächst 4,5. Beim fertigen Produkt liegt der pH bei 4,7. Dieser niedrige Wert begünstigt enorm die Wachstumsbedingungen für Lactobazillen und Bifidobakterien.
2.2. Allgemeine Betrachtungen
Studien am Menschen haben belegt, dass der Verzehr von Pro- und Präbiotika zu einer Modulation von Enzymen geführt hat, die Kanzerogene aktivieren. Die Ausscheidung von mutagenen und genotoxischen Substanzen in Urin und Fäzes wurde durch sie erhöht.
Heutzutage wird angenommen, dass der Verzehr von Ballaststoffen heterogener Art die Fermentation spezifisch „protektiver“ Keime fördert. Dadurch entstehen Fermentationsprodukte (z.B. Butyrat, Acetat), welche die Kolonzellen vor Kanzerogenen schützen können.
„Trotz der allgemein noch ungenügenden Datenlage zur potenziellen krebspräventiven Wirkung wird zunehmend erkannt, dass diese Stoffe möglicherweise sehr vielversprechende „Kandidaten“ einer möglichen Primärprävention sind“. (Ernährungsbericht 2000, Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V., Frankfurt/Main (2000).
„Da Präbiotika das Wachstum von Bifidobakterien fördern und Bifidobakterien das Immunsystem beeinflussen, könnten Präbiotika indirekt zu einer Immunmodulation beitragen“, a.o.a.O.
3. Funktionelle Wirkungen
Eine durch die Grundsubstanz von „Vitalose20®“ initiierte Freisetzung des gastro-intestinalen Hormons Cholecystokinins (CK), ist sehr wahrscheinlich und würde eine nachvollziehbare Erklärung für das immer wieder festgestellte schnelle Nachlassen des Hungergefühls geben.
„Vitalose20®“ ist weitgehend insulinneutral. Niedrige Insulinspiegel schaffen ein ausgeglichenes metabolisches Milieu, ermöglichen Fettverbrennung, Erhöhen die Ausscheidung des durch eine insulininduzierte Natriumrückresorption gebundene extrazelluläre Wassers.
Darüber hinaus wird das Hungergefühl reduziert.
Von Fachleuten wird auch die Induktion von Aminosäure-Neurotransmittern durch fermentativ fraktionierte Proteine diskutiert. Hunger und Sättigungsgefühl werden u.a. über diese Ebene der Neurotransmitter gesteuert.
Auch über eine Induktion der Thermogenese durch „Vitalose20®“ wird ernsthaft diskutiert.
4. Quellen
- „Ernährungsbericht 2000, Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.“, Frankfurt/Main, (2000).
- „Dokumentation über den Einsatz von „Vitalose20®“ bei Übergewichtigen“, Dr. Manfred Claussen, Wendeldorf, (2000).
- „Proteinanalytik von Einzelproben aus den Fermentationsprozessen zur Herstellung des Nährstoffkonzentrats „Vitalose20®“ durch Konzentrations-bestimmungen nach Bradford sowie SDS-Gelelektrophoresen nach Laemmli“, Priv.Doz.Dr.Michael Kaufmann, Dr. Claudia Klinger Institut für Neurobiochemie, AG Proteinchemie, Universität Witten/Herdecke (2001).
- Vergleich Ballaststoffe: „Ergebnisse der physikalisch-chemischen Untersuchungen“, Bericht der Firma Allrutan.
- „Die Bedeutung resistenter Stärken für eine gesundheitsorientierte Ernährung“ Gisela Jacobasch, Deutsches Institut für Ernährungsforschung, Bergholz-Rehbrücke und Detlev Schmiedl, Oskar-Ziethen-Krankenhaus Lichtenberg, Klinik Innere Medizin, Berlin; in Ernährungsumschau 49 (2002) Heft 1 S. 4-S9.
5. „Vitalose20®“ Einsatzbereiche
- „Hochleistungs-Zusatz“ im Kernbereich „Leistungs- und Breitensport“.
- als Zusatz für Nahrungsmittel,
- kausale Ernährung bei Diabetes mellitus Typ II b (übergewichtiger Diabetiker),
- Normalisierung eines gestörten Gleichgewichts bei Stress oder unausgewogene Ernährung,
- zur Gewichtsreduktion bei Übergewicht unter Beibehaltung der Leistungskraft,
- zum Aufbau von aktiver Körperzellmasse,
- als „Zwischendurch-Mahlzeit“ ohne negative Auswirkungen auf die Fettmasse,
- zur Verbesserung der Darmfunktion,
- damit Stärkung des „Immunsystem Darm“,
- und positive Auswirkungen auf die Haut.